Erst-Präsentation in ESRA am 12.10.2015

Ein wunderbarer Abend, viele Leute (rund 130 Personen) aus ganz unterschiedlichen Welten, alle in freudiger Vor-Erwartung auf das Buch. Darüber hinaus ein spannendes, inspirierendes Gespräch mit dem Historiker  und Publizisten Peter Huemer. Der Autor und Grabredner Hannes Benedetto Pircher trug mit seiner grandiosen schauspielerischen Stimme einige Textpassagen aus dem Buch vor.

Ein wunderbarer Abend, viele Leute (rund 130 Personen) aus ganz unterschiedlichen Welten – Familie, Freundeskreis, Arbeit, Akademie an der Grenze, Jüdische Gemeinde, HistorikerInnen, Südtirol, Menschen, mit denen ich im Zuge meiner Forschungen zusammengearbeitet habe, und weitere Interessierte.  Eine bunte Community, die da zusammengekommen ist, alle in freudiger Vor-Erwartung auf das Buch. Darüber hinaus ein spannendes, inspirierendes Gespräch mit dem Historiker  und Publizisten Peter Huemer, der in seiner Einführung die Haupt- und Nebenstränge des Buches gekonnt präsentierte. In der Diskussion  nahm die Südtiroler Zeitgeschichte (etwa die Option 1939) breiten Raum ein. Diese ist ab 1918 eine sehr eigene Geschichte, mit vielen Widersprüchen (dazu dann mehr in den Einträgen zu meinen Lesungen in Südtirol im ersten Halbjahr 2016). Eine eindrucksvolle Abrundung erfuhr der Abend durch die szenische Lesung mehrerer Textauszüge aus dem Buch, die von dem Autor und Grabredner Hannes Benedetto Pircher mit seiner grandiosen schauspielerischen Stimme vorgetragen wurden. So etwa das Echo eines Arbeitskollegen am nächsten Tag: „Klaus, als Herr Pircher mit seiner Stimme anhob zum Lesen, ich muss dir sagen, das ist echt in mich hineineingefahren.“

Hier noch einzelne Gedankengänge, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind:

* das Buch beschreibt sehr gegensätzliche  Welten – hier eine arme, kinderreiche Südtiroler Bergbauernfamilie, da eine wohlhabende jüdische Familie aus dem Bürgertum in Wien, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, die aber durch das arisierte Haus von Ludwig Beer verknüpft werden bzw. ohne dieses Haus wären die beiden Welten nicht zusammengekommen;

* das Buch schildert mit dem Haus und den beiden Familiensagas einen Mikrokosmos, der mitten hinein in zentrale Abschnitte und Themenbereiche der europäischen Zeitgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts führt;

* die im Buch beschriebene konkrete Familiengeschichte kann auch für viele andere Familiengeschichten als repräsentativ gesehen werden. Es versteht sich auch als Anregung und will zugleich Mut machen, sich selbst auf den Weg zu machen und verborgene Erinnerungen ans Tageslicht zu holen.

* die Nachkommen aus beiden Familien haben etwas Verbindendes gefunden: das Interesse und die Neugierde, die Familiengeschichte in ihrer Gesamtheit  zu erfahren und alle Facetten, auch die unangenehmen, anzunehmen, wenngleich von unterschiedlichen Ausgangspunkten startend;

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