Lesung in Mödling am 8.11.2015

Ein volles Lichthaus (rund 50 Personen) in der Evangelischen Gemeinde Mödling, eine dichte und konzentrierte Atmosphäre der Aufmerksamkeit über die ganze Matineé (70 Minuten) hinweg, ein äußerst interessantes Gespräch mit Hans Georg Krenmayr (Evangelisches Bildungswerk Mödling), zahlreiche intensive Diskussionen über das offizielle Ende der Veranstaltung hinaus.

Welche Eindrücke habe ich ferner mitgenommen?

  • ein sehr wertschätzender Veranstalter, der sich geehrt fühlt, dass die Lesung meines Buches bei ihm stattfindet;
  • es braucht einen stabilen Rahmen (materiell-existenziell, psycho-sozial, emotionell), um sich dem Prozess der Auseinandersetzung mit seiner Geschichte in ihrer Gesamtheit zu stellen, der zunächst de-stabilisierend wirkt, am Ende jedoch zu einer höheren Stabilität führt, weil nun von inneren Souveränität getragen, die mit allen Aspekten seiner Geschichte im Reinen ist;
  • in dem Gespräch war ein Aspekt dann sehr zentral: kann Glaube hilfreich sein, seine Geschichte in ihrer Gesamtheit anzusehen und anzunehmen? Kann Glaube zu dem stabilen Rahmen beitragen?
  • das Exemplarische meines Buches wurde ausführlich thematisiert;
  • das Buch, „das sich fesselnd liest“ (Hans Georg Krenmayr) kann ein Anlass und eine Ermutigung zur Auseinandersetzung mit der je eigenen Lebens- und Familiengeschichte sein.

Dazu führe ich abschließend zwei Mails an, die ich im Anschluss der Veranstaltung erhalten habe:

Mich berührt, dass ich so tief in eine fremde Familie eintauchen darf. Ich kann Ihnen nur danken und meine Bewunderung ausdrücken, so ein langes und dichtes Buch erarbeitet und geschrieben zu haben.“

„Nun, ich bin nach dem Krieg in Oberösterreich aufgewachsen. Was hat mir meine erwachsene Umgebung nicht alles erzählt. Eben NICHT. Da war das große Schweigen. Ich musste erst erwachsen werden, um zu verstehen, warum die Leute um mich herum damals nix erzählt haben. Trotzdem haben wir einiges aufgeschnappt. Und dazu braucht es Leute wie den Klaus Pumberger, die plötzlich anfangen in Ihrer Familiengeschichte herumzustöbern. Großartig. Eine meiner „Cousinen“ rückt bis heute nicht Ihre Vorfahren-und Familiendaten heraus, damit ich meine Ahnenforschung ergänzen kann. Aus Scham? Aus Scham! Und andererseits haben sich damals in unserer nächsten Umgebung tausende Flüchtlinge aus dem Osten angesiedelt und ihre Häuser gebaut. So gesehen bin auch ich ein halbes Flüchtlingskind. Viele Österreicher, die heute über Flüchtlinge (Vertriebene!) schimpfen, sollten einmal etwas genauer in ihrer Familiengeschichte nachsehen.“

Hans Georg Krenmayr im Gespräch mit Klaus Pumberger
Hans Georg Krenmayr im Gespräch mit Klaus Pumberger
Hans Georg Krenmayr im Gespräch mit Klaus Pumberger
Hans Georg Krenmayr im Gespräch mit Klaus Pumberger
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